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Was ich mir wünsche: Mehr Bio fürs Allgäu!

Ein Blogbeitrag als Geschenk

Logo zum Blogwichteln des Netzwerks TexttreffIm Netzwerk Texttreff gibt es eine tolle Tradition: Rund um Weihnachten beschenken sich Bloggerinnen gegenseitig mit einem Blogartikel. Ich bin das erst Mal dabei und wurde von Barbara Kettl-Römer beschenkt. Sie lebt und arbeitet im Allgäu und schreibt auf www.tief-im-allgaeu.de darüber, wie sie die Region sieht und mag. Für meinen Blog wirft sie einen Blick auf die Kühe und Wiesen der Region und empfiehlt einige Märkte und Einkaufsmöglichkeiten. Hinweis: Weder sie noch ich haben für die Verlinkungen Geld oder Vergünstigungen erhalten. Viel Spaß beim Lesen!

Was ich mir wünsche: Mehr Bio fürs Allgäu

Wer an das Allgäu denkt, sieht vor seinem inneren Auge sofort friedlich grasende Kühe auf saftig grünen Weiden vor den blau schimmernden Alpen. Wer das (südliche) Allgäu besucht, stellt fest, dass erstaunlich wenige Kühe auf der Weide zu sehen sind. Allenfalls ein paar Jungtiere, „Schumpen“ genannt, grasen auf Hängen, die zu steil zum Mähen sind. Nur ganz glücklichen Schumpen dürfen den Sommer auf einer Alpe in den Bergen verbringen.

Von wegen glückliche Kühe …

Nachdem sie das erste Mal gekalbt haben und ihr Dasein als Milchkuh beginnen, ist es für die allermeisten vorbei mit dem Weideleben. Sie verbringen ihr restliches Leben im Stall. Damit sie sich dort nicht ins Gehege kommen, werden meist ihre Hörner entfernt. Gras rupfen sie nicht mehr selbst, sondern bekommen es frisch geschnitten als Grünfutter, angegoren als Silage oder getrocknet als Heu serviert. Dazu kommt normalerweise eiweißhaltiges Kraftfutter, denn moderne Kühe sind Hochleistungsmilchproduzenten.

Löwenzahnblüte im AllgäuDas Grünland ist viel zu knapp und kostbar, um es von grasenden Kühen zertrampeln zu lassen. Es wird abwechselnd gedüngt und gemäht: Fünf Schnitte im Jahr sind heute normal. Auf den intensiv bewirtschafteten Grünflächen wächst fast nur Gras – Wildkräuter und Wildblumen sind kaum noch zu finden. Der Löwenzahn freut sich über die stickstoffreichen Böden. Zwar ist das südliche Allgäu zur Zeit der Löwenzahnblüte, wenn die Wiesen sich gelb färben, ganz zauberhaft anzusehen, im Hinblick auf die Artenvielfalt ist das satte Gelb aber ein Alarmsignal.

Zum Glück gibt es überzeugte Bio-Landwirte, die dagegenhalten. Sie machen zum Beispiel nur zwei oder drei Schnitte im Jahr und bringen die Kühe auf die Weide. Sie lassen den Kühen ihre Hörner und achten darauf, dass Wegraine, Hecken und Uferstreifen als Rückzugsgebiet für Insekten, Vögel und andere Tiere erhalten bleiben. Sie nehmen eine geringere Milchmenge pro Kuh in Kauf und ermöglichen den Tieren ein artgerechteres Leben.

Einkaufen? Am liebsten bio und regional!

Mir als Allgäu- und Naturfan ist es wichtig, die ökologische Landwirtschaft zu unterstützen. Deswegen kaufe ich bevorzugt Bio-Produkte aus der Region. Sei es auf dem Wochenmarkt, im Hofladen oder im Supermarkt. Eine regionale Supermarktkette hat die Bio-Marke von hier entwickelt – alle Produkte stammen von Bio-Betrieben im Umkreis von 100 km um Kempten.

Käse kaufe ich am liebsten in der Sennerei selbst. Viele Sennereien bevorzugen ohnehin Bio-Heumilch als Basis für ihre Käsesorten – auch weil die Silagefütterung den Milchgeschmack ungünstig beeinflusst.

Für Allgäu-Besucher und -Neulinge habe ich ein paar Adressen zum Einkauf von regionalen Bio-Lebensmitteln zusammengestellt:

  • Jeden Freitagnachmittag von 16 bis 19 Uhr findet der sehr gemütliche Biomarkt in Irsee statt. Zeit für einen Kaffee und ein Stückchen Bio-Gebäck sollten Sie auch einplanen.

  • Auch auf den Wochenmärkten in Kempten und Memmingen (jeweils Samstagvormittag) findet sich ein großes Bio-Angebot.

  • Einen Bio-Einkaufsführer für das Allgäu mit Adressen von Hofläden, Naturkostläden, Bio-Käsereien, -Metzgereien und -Bäckereien hat der Bio-Ring-Allgäu zusammengestellt.

Vielen Dank für diesen persönlichen Einblick an Barbara Kettl-Römer. Sie schreibt Einfach gute Texte über Wirtschaftsthemen und über das Allgäu. Bild: Fotostudio Sienz, Kempen

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